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Kirmes-Paradies Nordrhein-Westfalen: Soester Allerheiligenkirmes

Hanse © pics - Fotolia.comAls anno 1417 die altehrwürdige Petrikirche am Allerheiligentag im südwestfälischen Soest geweiht wurde und dieses zum Anlass genommen wurde, einen Markt rund um das Gotteshaus abzuhalten, ahnte wohl niemand, dass aus dieser Begebenheit eine fast 600 jährige Tradition erwachsen sollte. Wahrscheinlich ist die Tradition dieses Marktes sogar älter, denn schon 1338 taucht ein Vermerk einer „Kirchmess“ in den Büchern des Stadtkämmerers auf.           

Ältestes Volksfest der Superlative

Das älteste Volksfest Westfalens, das übrigens zu den zehn Beliebtesten Deutschlands gehört, hat zwar seinen mittelalterlichen Charakter weitestgehend verloren, zieht aber dennoch annähernd eine Million Besucher jährlich in seinen Bann. Dafür sorgt unter anderem die Tatsache, dass sich die gesamte Innenstadt in der ersten Novemberwoche in einen riesigen Rummelplatz verwandelt, dessen Zahlen schon beim Lesen beeindrucken. Rund 400 Schausteller, unter ihnen 20 mit Großkarussells, versprechen auf über 50.000 Quadratmetern Stellfläche ein Freizeitvergnügen der besonderen Art. Dabei wird von den Veranstaltern darauf geachtet, dass sowohl Kinder ihren Spaß, als auch Erwachsene ihren „Kick“ finden. Was die Soester Allerheiligenkirmes besonders reizvoll macht, ist die Kombination aus modernsten Hightech-Fahrgeschäften und historischer Altstadtkulisse. Dieser Rahmen kommt insbesondere in den Abendstunden zur Geltung.


Hanse © Helmuth Voian - Fotolia.comDer zeitliche Ablauf

Die Allerheiligenkirmes beginnt jeweils am Mittwoch nach dem 1. November mit dem Fassanstich im Festzelt und dauert bis zum folgenden Sonntag. Als Hansestadt, also ehemals florierendes Handelszentrum, darf in Soest ein tatsächlicher Markt natürlich nicht fehlen. Deshalb ist dem fünftägigen Rummel ein „Pottmarkt“ angeschlossen, der mit einer breiten Auswahl an Haushaltsartikeln aufwartet. Höhepunkt des Handelns ist der Pferdemarkt, der jeweils am Donnerstag stattfindet und ganz im Zeichen der Land- und Viehwirtschaft der Soester Boerde steht. Das Höhenfeuerwerk, das aus der gesamten Soester Innenstadt gut zu sehen ist, wird am späten Freitagabend abgefeuert und läutet den besucherstärksten Tag des Jahrmarktes ein – den Samstag. Für Familien besonders empfehlenswert ist jedoch der Sonntag, der als „Familientag“ ermäßigte Eintrittspreise in die meisten Fahrgeschäfte verspricht.

Beliebte „gute Stube“ im Herzen Westfalens

Hanse © Gino Santa Maria - Fotolia.comAusgesprochene Kirmes-Fans dürfen sich die Soester Allerheiligenkirmes nicht entgehen lassen. Übrigens: Wer von auswärts Westfalens ältestem Volksfest einen Besuch mit dem Auto abstatten will, sollte schon in den Vororten Soests eine Parkmöglichkeit suchen. Von hieraus gelangt man entspannt mit Sonderbussen im Halbstundentakt in die sympathische Fachwerkstadt und direkt ins Zentrum des Kirmestreibens.