Hanse-Welt - Hanseatic League
Hanseatic League
Als
Hanse bzw. Deutsche Hanse bezeichnet man die zwischen dem 12. und 17.
Jahrhundert bestehenden Vereinigungen niederdeutscher Kaufleute zum
Zwecke der Sicherheit bei der Überfahrt und der Vertretung
gemeinsamer Interessen, insbesondere im Ausland. Spätestens
Mitte
des 14. Jahrhunderts fand eine Umwandlung von der "Kaufmannshanse" zur
"Städtehanse" statt, da es seit diesem Zeitpunkt Hansetage gab
und
die Hansestädte sich im Interesse der Kaufleute
zusammenschlossen.
Die typischen Farben der Hanse sind Rot und Weiß, was sich
noch
heute in den Stadtwappen vieler Hansestädte widerspiegelt. In
der
Blütezeit gehörten zur sogenannten Hanseatic League
fast 300
See- und Binnenstädte in Nordeuropa, was wesentlich zur
Entwicklung des dortigen Transportwesens beitrug. Auch auf politischem
und kulturellem Gebiet war die Hanse zu ihrer Zeit ein wichtiger
Faktor, der Schwerpunkt lag jedoch auf wirtschaftlichen Belangen.
Der genaue Beginn der Hansevereinigungen lässt sich heute
nicht
mehr genau feststellen, jedoch entwickelten sie sich erstmals im 12.
Jahrhundert aus bestehenden Verbindungen von Ost- und
Nordseehändlern. Die Gründung Lübecks im
Jahr 1143 wird
als entscheidender Punkt bei der Entstehung der Hanse angesehen, da der
nun vorhandene Ostseezugang Handelsbeziehungen mit dem rohstoffreichen
Nordrussland und Westeuropa erlaubte. In den ersten Jahren handelte es
sich bei der Hanse lediglich um den freien Zusammenschluss einiger
Kaufleute, welche den Schutz in der Gruppe auf ihren Reisen anstrebten.
Daher ist kein genaues Gründungsjahr bekannt und die Hanse
wuchs
allmählich heran. Seit dem 12. Jahrhundert war der Ostseeraum
zunehmend für den deutschen Handel erschlossen worden. In
Lübeck schlossen sich einzelne niederdeutsche Kaufleute mit
ähnlichen Handelsinteressen zur Gotländischen
Genossenschaft
zusammen. Zunächst dominierten die skandinavischen
Länder den
Handel im Bereich der Ostsee, wobei der Insel Gotland eine besondere
Bedeutung zukam. Sie fungierte als Dreh- und Angelpunkt und wenig
später entwickelte sich auch ein florierender Handel zwischen
deutschen und gotländischen Kaufleuten. Nachfolgend
erschlossen
die Deutschen auch angestammte Handelsziele Gotlands an der
Ostseeküste, vor Allem Russland war dabei eine wichtige
Station.
Es kam schließlich sogar zu blutigen Auseinandersetzungen mit
Gotland, die jedoch unter Mitwirkung Heinrichs des Löwen 1161
schließlich beigelegt wurden. Das schwedische Visby blieb das
Zentrum des Ostseehandels, geriet aber in einen immer
größer
werdenden Konflikt mit Lübeck. 1200 wurde der Kontor Peterhof
in
Nowgorod gegründet, da der bisher auch durch die deutschen
Kaufleute genutzte Gotenhof nicht mehr ausreichte. Die
Gotländische Genossenschaft verzeichnete einen rasanten
Aufstieg
und unterhielt mittlerweile auch Handelsbeziehungen im Nordseeraum, mit
England und Flandern, weshalb sie oftmals als ursprünglicher
Kern
der Hanse angesehen wird.
Die
Blütezeit der Hanseatic League wird auf etwa 1250 bis 1400
datiert
und ist zugleich auch die Zeit der Entstehung der Städtehanse.
Zwischen 1350 und 1400 stellte die Hanse eine nordeuropäische
Großmacht dar und es gelang ihr oftmals, hansische Interessen
bei
wirtschaftlichen Auseinandersetzungen kraftvoll durchzusetzen. 1356
trat zum ersten Mal der Hansetag zusammen, an dem nahezu alle
beteiligten Städte teilnahmen, um ihre Interessen aufeinander
abzustimmen und zu koordinieren. Zuvor war die Deutsche Hanse eher
locker organisiert und es gab weder eine Verfassung, noch
Mitgliederlisten oder Beamte. In den Hanserezessen wurden seit der
ersten Tagfahrt sämtliche Beschlüsse protokolliert,
wobei
diese nur in absoluter Einigkeit und nicht nach Mehrheitsentscheidungen
gefasst wurden. Alle Städte entsandten Tagfahrer, welche an
den
Hansetagen teilnahmen, der Stadt bei ihrer Rückkehr alle
Ergebnisse mitteilten und diese daraufhin ihre Zustimmung oder
Ablehnung kund tat. Aus diesem Grund gibt es in der Geschichte der
Hanse kaum Beschlüsse, die von allen Städten
mitgetragen
wurden. Zur Hanse gehörten während dieser Zeit 72
feste
Städte und 130 locker assoziierte. Der Einflussbereich
erweiterte
sich damit auf den gesamten Ostseeraum bis hin zum Finnischen
Meerbusen. Diese Vormachtstellung im Nord- und Ostseeraum entfachte
1361 den Ersten Hanse-Dänemark-Krieg, mit welchem der damalige
dänische König Waldemar IV. Atterdag die Rechte der
Hanse
einzuschränken versuchte. Schließlich wurde die
Kölner
Konföderation gebildet, in der sich die deutschen
Städte mit
Norwegen und Schweden gegen Dänemark verbündeten.
Nachdem der
Zweite Hanse-Dänemark-Krieg zugunsten der Deutschen Hanse
ausgegangen und 1370 mit dem Frieden von Stralsund beendet worden war,
erhielt sie eine bisher nie da gewesene Machtstellung. 1420 bis 1435
gab es einen weiteren Krieg gegen Dänemark, welchen dieses
abermals verlor und der Frieden von Vordingborg wurde geschlossen.
Seeräuber Klaus Störtebeker
Im
14. und 15. Jahrhundert flammten mehrfach Konflikte mit Emden auf, da
von dort aus die Seeräuber um Klaus Störtebeker
Unterstützung erhielten. Die Stadt wurde mehrfach besetzt und
erst
1447 erfolgte der endgültige Abzug. Ab ungefähr 1400
bis 1669
spricht man vom Niedergang der Hanse mit einigen Krisen. Der
Machtverlust fand seinen Ursprung im Erstarken
der Territorialstreitkräfte im Ostseeraum, was zu
einer
verstärkten Unterordnung der Städte unter die
Interessen des
jeweiligen Fürsten führte. Auch die Entdeckung
Amerikas
spielte eine tragende Rolle, da nun neue Handelsgebiete erschlossen
wurden und die Übermacht des Nordsee-Ostsee-Raumes versiegte.
Durch starke Konkurrenten verlor die Hanse für viele
Städte
und Kaufleute maßgeblich an Bedeutung. In Folge des
Hansisch-Niederländischen Krieges musste die Hanseatic League
1441
die wirtschaftliche Gleichberechtigung der Niederlande anerkennen,
wobei diese sich zusätzlich mit Dänemark als
„Herren
des Sunds“ verbündeten. Der endgültige
Niedergang wurde
1494 eingeläutet, als der Kontor in Nowgorod geschlossen
wurde. Er
wurde bei der Eroberung der Stadt durch Iwan III. zerstört,
wodurch sich der Russlandhandel mehr und mehr auf die
Küstenstädte des Baltikums verlagerte. Da sich aber
der
gesamte Außenhandel nun zunehmend nach Übersee
verschoben
hatte, verlor die Hanse im 15. und 16. Jahrhundert immer weiter an
Bedeutung. Der Dreißigjährige Krieg besiegelte die
Auflösung des Städtebündnisses
endgültig, denn eine
vorgeschlagene „Hanseatisch-Spanische Compagnie“
zur
Versorgung der spanischen Kolonien in Mittelamerika scheiterte an
politischen Gegensätzen. 1669 fand der letzte Hansetag statt,
wobei zwischen Bremen, Lübeck und Hamburg noch lange ein enger
Zusammenhalt herrschte.
Der
Geist der Hanse als Lebensgemeinschaft und
Kulturgemeinschaft der Städte.